Glossar · Gelegenheit

Armageddon

Armageddon ist ein Schach-Stichkampf, bei dem Weiß mehr Zeit bekommt, Schwarz das Match aber bei einem Remis gewinnt. Hier erfährst du genau, wie die Regeln und die 'Remis-Vorgabe' funktionieren und wann er zum Einsatz kommt.

Armageddon ist ein Schach-Stichkampf, der einen Sieger garantieren soll. Der Trick ist ein unfairer Handel: Weiß bekommt mehr Zeit auf der Uhr, aber Schwarz gewinnt das Match, wenn die Partie remis endet — Schwarz hat also, wie man sagt, “Remis-Vorgabe”. Ein Spieler muss klar gewinnen; ein Remis kann als Ergebnis gar nicht existieren.

Es ist das Sudden-Death-Shootout des Schachs. Wenn ein Match oder eine Playoff-Runde nach den regulären Partien und allen schnelleren Stichkämpfen immer noch unentschieden ist, entscheidet Armageddon endgültig.

Wie die Regeln funktionieren

Eine typische Armageddon-Partie läuft ungefähr so ab:

WeißSchwarz
UhrMehr Zeit (z. B. 5 Minuten)Weniger Zeit (z. B. 4 Minuten)
Was zum Sieg nötig istMuss die Partie gewinnenEin Remis genügt
Der KompromissMehr Zeit, muss aber auf Sieg spielenWeniger Zeit, muss aber nur halten

Weil Schwarz bei einem Remis gewinnt, ist Weiß gezwungen, auf ein entscheidendes Ergebnis zu drängen, während Schwarz solide spielen und versuchen kann zu halten. Oft bieten die Spieler um die schwarzen Figuren: Jeder schreibt heimlich die niedrigste Bedenkzeit auf, die er akzeptieren würde, um Schwarz zu spielen, und wer niedriger bietet, bekommt Schwarz (und die Remis-Vorgabe) mit dieser reduzierten Uhr. Manchmal wird ein Inkrement hinzugefügt, manchmal nicht, je nach Regelwerk der Veranstaltung.

Armageddon siehst du bei Elite-Events — er entschied Partien bei Norway Chess und bei diversen Playoffs im Rahmen von WM-Zyklen — genau weil er einen sauberen Sieger und jede Menge Drama liefert.

Verwandte Begriffe

Mini-FAQ

Warum gewinnt Schwarz bei einem Remis? Um die zusätzliche Zeit auszugleichen, die Weiß bekommt. Der ganze Sinn dahinter ist, ein entscheidendes Ergebnis zu erzwingen: Weiß bezahlt für mehr Zeit mit der Pflicht zu einem echten Sieg, und Schwarz bezahlt für die Sicherheit der Remis-Vorgabe mit einer kürzeren Uhr.

Wie wird die Farbe entschieden? Oft durch eine Bieter-Auktion — jeder Spieler nennt die kürzeste Bedenkzeit, die er akzeptieren würde, um Schwarz zu übernehmen, und das niedrigere Gebot gewinnt die schwarzen Figuren zu dieser Zeit. Manche Events weisen die Farben stattdessen einfach per Los zu.


Geschrieben und faktengeprüft vom Redaktionsteam der Chess Lab Academy (KI-unterstützt, von Menschen redigiert) · Regeln gegen Wikipedia und gängige FIDE-Stichkampfpraxis abgeglichen · Zuletzt geprüft: 2026-07-25 · Quellen · So prüfen wir unsere Inhalte.

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