Schachnotation ist die standardisierte Kurzschrift zum Aufschreiben von Schachzügen, damit jeder Spieler weltweit deine Partie nachspielen kann. Das gängigste System, die algebraische Notation, benennt jedes Feld mit einem Buchstaben und einer Zahl (wie e4) und beschreibt jeden Zug dann mit Figurenbuchstaben und Symbolen. Lern es einmal, und Schachbücher, Apps und Rätsel öffnen sich dir alle.
Auf den ersten Blick sieht es aus wie Geheimcode — 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 —, aber es ist wirklich einfacher als eine SMS zu tippen. Los geht’s.
Die 10-Sekunden-Version
- Felder: Buchstabe (Linie a–h) + Zahl (Reihe 1–8) →
e4,g7,a1.- Figuren: K=König, D=Dame, T=Turm, L=Läufer, S=Springer. Bauern bekommen keinen Buchstaben.
- Symbole:
xSchlagen,+Schach,#Matt,O-O/O-O-ORochade,=Umwandlung.- Ein Zug ist einfach Figur + Zielfeld →
Sf3heißt „Springer nach f3”.
Was ist Schachnotation, und wozu sie lernen?
Schachnotation ist eine Methode, Züge schriftlich festzuhalten. Jede ernsthafte Partie, die je gespielt wurde — vom Verein um die Ecke bis zur Weltmeisterschaft —, wird auf diese Weise gespeichert. Ohne sie wären brillante Partien verschwunden, sobald die Figuren wieder aufgestellt werden.
Hier ist, warum es zehn Minuten deines Lebens wert ist:
- Du kannst Lektionen und Rätsel lesen. Fast jedes Schachbuch, jeder Kurs und jeder Taktiktrainer spricht in Notation. Sie nicht zu kennen ist, als würdest du versuchen, ein Rezept in einer Sprache zu befolgen, die du nie gelernt hast.
- Du kannst deine eigenen Partien untersuchen. Apps speichern deine Züge in Notation, sodass du eine Niederlage nachspielen und genau den Punkt finden kannst, an dem es schiefging.
- Du kannst über Schach reden. Wenn ein Freund sagt „Ich hab mit einem schnellen Dxf7# gewonnen”, grinst du, statt nur höflich zu nicken.
Stell es dir vor wie das GPS des Bretts. Sobald jedes Feld eine Adresse hat, ist jeder Zug trivial zu beschreiben.
Wie funktioniert das Koordinatensystem des Bretts?
Das Brett ist ein 8×8-Gitter, und jedes einzelne Feld hat einen eindeutigen zweistelligen Namen.
- Die Spalten (von oben nach unten auf dem Brett) heißen Linien, beschriftet mit a bis h, von links nach rechts aus Sicht von Weiß.
- Die Zeilen (von einer Seite zur anderen) heißen Reihen, nummeriert 1 bis 8, beginnend auf der Seite von Weiß.
Setzt du Linie und Reihe zusammen, bekommst du ein Feld: e4 ist die e-Linie, vierte Reihe — mitten im Zentrum. Der weiße König startet auf e1; der schwarze König startet auf e8. Die untere linke Ecke ist a1; die obere rechte ist h8.
Ein praktischer Merktrick: Die Koordinaten drehen sich nie um. e4 bleibt e4, egal ob du Weiß oder Schwarz spielst — die Beschriftung ist am Brett festgenagelt, nicht an deinem Platz.

Was bedeuten die Figurenbuchstaben im Schach?
Jede Figur bekommt einen Großbuchstaben, meist vom deutschen Namen abgeleitet (außer beim Springer, der improvisieren musste):
| Figur | Buchstabe | Warum |
|---|---|---|
| König | K | Erster Buchstabe |
| Dame | D | Erster Buchstabe |
| Turm | T | Erster Buchstabe |
| Läufer | L | Erster Buchstabe |
| Springer | S | „K” war schon vom König belegt, also nahm der Springer S |
| Bauer | (keiner) | Bauern sind die stille Mehrheit — kein Buchstabe |
Um einen normalen Zug aufzuschreiben, setzt du einfach den Figurenbuchstaben zuerst, dann das Zielfeld. Also:
- Sf3 = Springer zieht nach f3.
- Lb5 = Läufer zieht nach b5.
- Dd1 = Dame zieht nach d1.
Bauern sind die Ausnahme. Weil sie keinen Buchstaben haben, ist ein Bauernzug einfach das Zielfeld. e4 heißt „der Bauer zieht nach e4.” Klar und einfach.
Was bedeuten die Symbole? (x, +, # und Co.)
Das ist der spaßige Teil — eine Handvoll Symbole trägt eine Menge Bedeutung:
- x = Schlagen.
Lxe5heißt „Läufer schlägt die Figur auf e5.” Bei Bauernschlägen nennst du zuerst die Ausgangslinie des Bauern:exd5= „der e-Bauer schlägt auf d5.” - + = Schach.
Dh5+heißt, die Dame ist nach h5 gezogen und greift den gegnerischen König an. Der Gegner muss reagieren. - # = Matt. Partie vorbei.
Dxf7#heißt „Dame schlägt auf f7, und das ist matt.” (Manche Bücher schreiben++für Matt, aber#ist Standard.) - O-O = kurze Rochade; O-O-O = lange Rochade. Drei O’s für die längere Reise — eine eingebaute Merkhilfe. (Volle Erklärung unter Rochade.)
- = = Umwandlung. Wenn ein Bauer das andere Ende erreicht und zu einer neuen Figur wird:
e8=Dheißt „Bauer nach e8, Umwandlung in Dame.” - e.p. = en passant, dieser skurrile Bauernschlag:
exd6 e.p.
Und ein paar Zug-Qualitäts-Anmerkungen, die dir im Kommentar begegnen:
- ! = ein guter Zug, !! = brillant.
- ? = ein Fehler, ?? = ein grober Patzer (der Sorte, bei der du zusammenzuckst).
- !? = interessant/riskant, ?! = zweifelhaft.
Diese letzten sind Meinungen eines Kommentators, kein Teil des Zugs selbst.
Wie liest man eine vollständige Partie?
Partien werden als nummerierte Zugpaare geschrieben: zuerst der Zug von Weiß, dann der von Schwarz.
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6
Lies es so: Zug 1, Weiß zieht Bauer nach e4, Schwarz antwortet Bauer nach e5. Zug 2, Weiß zieht Springer nach f3, Schwarz zieht Springer nach c6. Zug 3, Weiß Läufer nach b5, Schwarz Bauer nach a6. Das ist die Eröffnung der berühmten Spanischen Partie, und du hast sie gerade gelesen wie ein Profi.
Manchmal siehst du einen Zug geschrieben als Sbd2 oder T1e2. Das ist eine Disambiguierung — wenn zwei identische Figuren dasselbe Feld erreichen könnten, fügst du die Ausgangslinie oder -reihe hinzu, um klarzustellen, welche gezogen ist. Sbd2 heißt „der Springer auf der b-Linie zieht nach d2.”
Ein bisschen Schachgeschichte ♟️
Notation war nicht immer so ordentlich. Jahrhundertelang nutzten Europäer die beschreibende Notation, in der Züge aussahen wie „B-K4” (Bauer auf des Königs vierte) und die Felder relativ zu jedem Spieler benannt wurden. Das war umständlich, verwirrend, und dasselbe Feld hieß je nach Zugrecht anders. Die algebraische Notation — das saubere a1–h8-Gitter — geht tatsächlich auf einen syrischen Spieler namens Philipp Stamma im 18. Jahrhundert zurück, setzte sich aber erst richtig durch, als die FIDE sie 1981 als offiziellen Standard einführte. Das System, das du gerade lernst, hat also einen 400 Jahre alten Rivalen ausgestochen. Gutes Timing.
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
- Den Springer-Buchstaben verwechseln. Es ist S, nicht K. K ist dem König vorbehalten. Darüber stolpern fast alle am Anfang.
- Vergessen, dass Bauernzüge keinen Buchstaben haben. „Be4” zu schreiben sieht plausibel aus, aber es heißt schlicht e4. Bauern bleiben anonym.
- Klein- vs. Großschreibung bei Feldern. Feldnamen sind immer klein geschrieben (
e4), Figurenbuchstaben immer groß (Sf3). Die KombinationSe4ist eindeutig, weil das große S nur eine Figur sein kann. - Die Spalten seitenverkehrt lesen. Linien sind die Buchstaben (a–h), Reihen die Zahlen (1–8). Der Buchstabe steht in einem Feldnamen immer zuerst.
Das Wichtigste in Kürze
- Schachnotation hält Züge fest, damit Partien gespeichert, geteilt und studiert werden können.
- Ein Feld = Linienbuchstabe + Reihenzahl (e4, g7, a1).
- Figurenbuchstaben: K, D, T, L, S — Bauern bekommen nichts.
- x Schlagen, + Schach, # Matt, O-O / O-O-O Rochade, = Umwandlung.
- Jeder Zug ist einfach Figur + Zielfeld:
Sf3= Springer nach f3.
Weiter geht’s
Jetzt, wo du die Züge lesen kannst, ist der natürliche nächste Schritt zu wissen, was jede Figur eigentlich macht.
➡️ Als Nächstes: Wie die Figuren ziehen · Ebenfalls hilfreich: die Eröffnungsprinzipien, die jeder Einsteiger braucht und was Schachmatt wirklich bedeutet.
Geschrieben und faktengeprüft vom Redaktionsteam der Chess Lab Academy (KI-unterstützt, von Menschen redigiert) · Notationsregeln anhand der FIDE-Schachregeln geprüft und jede Stellung mit Stockfish 17 verifiziert · Letzte Überprüfung: 25.07.2026 · Quellen · So verifizieren wir Inhalte.