Schach ist ein Strategiespiel für zwei Spieler auf einem 8×8-Brett, bei dem jede Seite 16 Figuren befehligt. Dein Ziel ist es, den gegnerischen König mattzusetzen — ihn so in die Enge zu treiben, dass er angegriffen wird und nicht entkommen kann. Weiß zieht zuerst, dann wechseln sich die Spieler ab und ziehen jeweils eine Figur pro Zug. Das ist das ganze Spiel in einer Nussschale — den Rest lernst du an einem Nachmittag.
Das hier ist deine Basisstation. Weiter unten findest du alles, was ein blutiger Anfänger braucht, plus Links zu vertiefenden Lektionen für jedes Puzzleteil.
Die 60-Sekunden-Version
- Brett: 8×8-Raster, 64 Felder. Helles Feld in deiner rechten unteren Ecke.
- Ziel: den gegnerischen König mattsetzen (angreifen, ohne legalen Fluchtweg).
- Züge: Weiß beginnt; die Spieler wechseln sich ab, je ein Zug pro Person.
- Figuren: Bauer, Springer, Läufer, Turm, Dame, König — jede zieht anders.
- Sonderzüge: Rochade, En passant und Bauernumwandlung.
Was ist das Ziel beim Schach?
Vergiss das Schlagen aller Figuren — beim Schach geht es nicht darum, das Brett leerzuräumen. Das ganze Spiel zielt auf ein einziges Ziel: den gegnerischen König.
Greifst du den König an, ist das Schach. Der Gegner muss reagieren — indem er den König wegzieht, den Angriff blockiert oder den Angreifer schlägt. Kann er nichts davon, ist das Schachmatt, und die Partie ist vorbei. Du gewinnst.
Ein „Schlagen” des Königs wie bei einer normalen Figur gibt es nicht. Der König ist das Herz deiner Armee; sobald er gefangen ist, endet die Partie. Alles andere, was du tust — Bauern schnappen, Figuren tauschen, das Zentrum kontrollieren — ist nur Mittel zu diesem einen Zweck.
Nicht jede Partie endet mit Schachmatt. Viele enden remis (unentschieden), dazu unten mehr. Die ausführliche Erklärung der Siegbedingung findest du unter was ist Schachmatt.
Wie stellt man das Brett auf?
Bevor überhaupt jemand zieht, muss richtig aufgestellt werden — und genau das machen Anfänger ständig falsch.
Die goldene Regel: „Weiß rechts.” Liegt das Brett vor dir, muss das Feld in der rechten unteren Ecke hell sein. Machst du das falsch herum, ist deine ganze Armee spiegelverkehrt.
Hier die Reihenfolge der Grundreihe von links nach rechts für jeden Spieler: Turm, Springer, Läufer, Dame, König, Läufer, Springer, Turm. Zwei Merktricks, die nie versagen:
- „Dame auf eigener Farbe” — die weiße Dame steht auf einem hellen Feld (d1), die schwarze Dame auf einem dunklen Feld (d8). Steht deine Dame auf der falschen Farbe, hast du sie mit dem König vertauscht.
- Die Bauern füllen die ganze Reihe davor.
Wir gehen es Feld für Feld durch unter Schachbrett aufstellen.

Wie ziehen die Schachfiguren?
Jeder der sechs Figurentypen hat seinen eigenen Charakter. Hier die Kurztour:
- Bauer — Zieht ein Feld geradeaus nach vorn (beim allerersten Zug auch zwei), schlägt aber diagonal. Die einzige Figur, die anders zieht als sie schlägt.
- Springer — Springt in einer „L”-Form: zwei Felder in eine Richtung, dann ein Feld im rechten Winkel dazu. Die einzige Figur, die andere überspringen kann.
- Läufer — Zieht beliebig weit diagonal. Jeder Läufer bleibt für immer an eine Farbe gebunden.
- Turm — Zieht beliebig weit geradeaus: hoch, runter, links, rechts.
- Dame — Das Kraftpaket. Zieht beliebig weit in jede gerade Richtung — wie Turm und Läufer zusammen.
- König — Zieht ein Feld in jede Richtung. Langsam, aber unersetzlich.
Keine Figur (außer dem Springer) kann über andere springen, und du darfst nie auf ein Feld ziehen, das von deiner eigenen Figur besetzt ist. Schlagen bedeutet einfach, auf dem Feld einer gegnerischen Figur zu landen und sie vom Brett zu nehmen. Die vollständige Erklärung mit Diagrammen findest du unter wie die Figuren ziehen.
Wie viel ist jede Figur wert?
Weil du die ganze Partie über Figuren tauschst, brauchst du ein grobes Gefühl dafür, was jede wert ist. Spieler nutzen dafür ein klassisches Punktesystem:
| Figur | Punkte |
|---|---|
| Bauer | 1 |
| Springer | 3 |
| Läufer | 3 |
| Turm | 5 |
| Dame | 9 |
| König | unbezahlbar (Partie vorbei, wenn er verloren geht) |
Diese Zahlen sind keine offiziellen Regeln — sie sind eine Richtschnur, um Tauschgeschäfte einzuschätzen. Deinen Läufer (3) gegen den gegnerischen Turm (5) zu tauschen? Meist ein super Deal. Deine Dame (9) für einen Springer (3) herzugeben? Fast immer eine Katastrophe. Alle Feinheiten packen wir aus unter Wert der Schachfiguren.
Was sind die besonderen Züge?
Sobald die Grundlagen sitzen, machen drei Sonderregeln das Schachspiel deutlich reichhaltiger:
- Rochade — Ein Zwei-in-eins-Zug, der deinen König sicher in die Ecke bringt und gleichzeitig einen Turm aktiviert. Der einzige Zug, bei dem du zwei eigene Figuren gleichzeitig bewegst. Siehe Rochade.
- En passant — ein hinterlistiger Bauernschlag. Springt ein gegnerischer Bauer zwei Felder vor und an deinem vorbei, darfst du ihn schlagen, als hätte er nur ein Feld gezogen — aber nur sofort. Die vollständigen Regeln unter En passant.
- Bauernumwandlung — Bringst du einen Bauern bis ans andere Ende des Bretts, verwandelt er sich in eine beliebige Figur (fast jeder wählt eine Dame). Details unter Bauernumwandlung.
Wie endet eine Partie eigentlich?
Drei Hauptausgänge:
- Schachmatt — Der König steht im Schach und hat keinen legalen Fluchtweg. Der Angreifer gewinnt. Das ist das Ziel.
- Aufgabe — Ein Spieler, der die Niederlage kommen sieht, kann einfach aufgeben. Völlig normal und auf höherem Niveau sogar höflich.
- Remis (unentschieden) — auf mehreren Wegen möglich: Patt (ein Spieler hat keinen legalen Zug mehr, steht aber nicht im Schach), zu wenig Material für ein Matt (z. B. nur noch zwei Könige), die 50-Züge-Regel, dreifache Stellungswiederholung oder gegenseitige Einigung.
Diese Pattregel bringt Anfänger heftig zu Fall: Drängst du den gegnerischen König in die Enge, lässt ihm aber keinen legalen Zug, während er nicht im Schach steht, hast du aus Versehen ein Remis statt eines Sieges herbeigeführt. Das komplette Regelwerk findest du unter die Schachregeln.
Warum das zählt: Schach lehrt dich, vorauszudenken
Hier kommt der eigentliche Gewinn. Schach ist nicht einfach nur ein Spiel — es ist ein Workout für Planung, Mustererkennung und Geduld. Jeder Zug stellt dieselbe Frage: „Wenn ich das mache, was kann mein Gegner darauf antworten?” Diese Gewohnheit des Vorausdenkens ist im Grunde die ganze Fähigkeit — und genau deshalb spielen Menschen ein Leben lang Schach, ohne je gelangweilt zu sein. Am Anfang wirst du jede Menge Partien verlieren. Das geht jedem so. Jede Niederlage zeigt dir nur ein Muster, das du beim nächsten Mal wiedererkennst.
Ein bisschen Schachgeschichte ♟️
Schach ist etwa 1.500 Jahre alt. Es geht auf ein Spiel namens Chaturanga zurück, das im 6. Jahrhundert in Indien entstand, sich über Persien und die islamische Welt verbreitete und im 11. Jahrhundert Europa erreichte. Die modernen Regeln — inklusive der mächtigen Dame und des Zwei-Felder-Zugs der Bauern — legten sich größtenteils um das Jahr 1500 in Europa fest. Kurioses Detail: Die Dame war früher eine der schwächsten Figuren und durfte nur ein Feld diagonal ziehen. Als sie zur stärksten Figur des Bretts aufgewertet wurde, nannte man das schnellere neue Spiel spöttisch „Damenschach”. Seitdem führt sie das Kommando.
Typische Anfängerfehler, die du vermeiden solltest
- Das Brett falsch aufstellen. Denk an „Weiß rechts” und „Dame auf eigener Farbe”.
- Den König in der Mitte stehen lassen. Rochier früh, um ihn sicher zu verstauen.
- Die Dame zu früh herausbringen. Sie wird herumgejagt, und du verschwendest Züge. Erst Springer und Läufer entwickeln.
- Bauern schnappen und Gefahr ignorieren. Geh nicht auf Bauernjagd, wenn dein König exponiert steht.
- Vergessen, dass es ein Spiel für zwei ist. Frag dich vor jedem Zug, was dein Gegner plant.
Das Wichtigste in Kürze
- Schach wird auf einem 8×8-Brett gespielt; stell es mit hellem Feld rechts unten und Dame auf eigener Farbe auf.
- Das Ziel ist Schachmatt — den gegnerischen König so einzusperren, dass er nicht entkommen kann.
- Jede Figur zieht anders; Springer springen, die Dame ist am stärksten, der König zieht nur ein Feld.
- Figurenwerte (Bauer 1, Springer/Läufer 3, Turm 5, Dame 9) helfen dir, Tauschgeschäfte einzuschätzen.
- Lern die drei Sonderzüge: Rochade, En passant und Umwandlung.
- Partien enden durch Schachmatt, Aufgabe oder Remis (inklusive Patt).
Weiter geht’s
Du hast das große Bild — jetzt geh in die Tiefe, Stück für Stück.
➡️ Hier anfangen: Das Brett aufstellen, dann wie die Figuren ziehen und die vollständigen Schachregeln lernen. Danach deinen König in Sicherheit rochieren und lernen, was Schachmatt wirklich bedeutet.
Geschrieben und faktengeprüft vom Redaktionsteam der Chess Lab Academy (KI-unterstützt, von Menschen redigiert) · Regeln anhand der FIDE-Schachregeln geprüft und jede Stellung mit Stockfish 17 verifiziert · Letzte Überprüfung: 25.07.2026 · Quellen · So verifizieren wir Inhalte.