Algebraische Notation ist das weltweite Standardsystem, um Schachzüge aufzuschreiben. Sie benennt jedes Feld mit einem Buchstaben (die Linie, a–h) und einer Zahl (die Reihe, 1–8) und beschreibt jeden Zug dann als Figurenbuchstabe + Zielfeld — Sf3 bedeutet also “Springer nach f3”. Es ist die Sprache, die jedes Schachbuch, jede App und jedes Rätsel spricht.
Das ganze System beruht auf dem Koordinatenraster des Bretts: Die Linien a–h verlaufen von links nach rechts aus Sicht von Weiß, die Reihen 1–8 von unten nach oben. Felder haben eine feste Adresse (e4, g7, a1), die sich nie ändert, egal welche Farbe du spielst.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Hier ist die Eröffnung der Italienischen Partie, in algebraischer Notation aufgeschrieben:
1. e4 e5
2. Sf3 Sc6
3. Lc4 Lc5
Lies es als Zugpaare — zuerst Weiß, dann Schwarz. Zug 1: Bauer nach e4, Bauer nach e5. Zug 2: Springer nach f3, Springer nach c6. Zug 3: Läufer nach c4, Läufer nach c5. Das war’s schon.
Die Figuren bekommen jeweils einen Großbuchstaben; Bauern bekommen keinen:
| Symbol | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| K D T L S | König, Dame, Turm, Läufer, Springer | Dd1, Sf3 |
| (kein Buchstabe) | Bauernzug — nur das Feld | e4 |
x | Schlagzug | Lxe5, exd5 |
+ | Schach | Dh5+ |
# | Matt | Dxf7# |
O-O / O-O-O | Kurze / lange Rochade | O-O |
= | Bauernumwandlung | e8=D |
Eine Besonderheit: Bei Bauernschlägen wird zuerst die Ausgangslinie des Bauern genannt — exd5 bedeutet “der Bauer von der e-Linie schlägt auf d5”. Und wenn zwei gleiche Figuren dasselbe Feld erreichen könnten, wird mit der Ausgangslinie oder -reihe unterschieden: Sbd2 bedeutet “der Springer von der b-Linie zieht nach d2”.
Verwandte Begriffe
- PGN — das Dateiformat, das eine ganze Partie in algebraischer Notation speichert.
- FEN — eine Momentaufnahme einer einzelnen Stellung in einer Zeile.
- Ausführlicher Leitfaden: Schachnotation erklärt und wie die Figuren ziehen.
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Mini-FAQ
Warum steht der Springer für “S” und nicht für ein anderes Kürzel? Im Deutschen ist das ganz einfach: Jede Figur bekommt schlicht ihren Anfangsbuchstaben — König (K), Dame (D), Turm (T), Läufer (L), Springer (S). Anders als im Englischen, wo sich der König das “K” schon geschnappt hatte und der “Knight” auf “N” ausweichen musste, gibt es im Deutschen keine Buchstaben-Kollision.
Ist algebraische Notation überall gleich? Das Koordinatenraster a1–h8 ist universell und international identisch; FIDE machte es 1981 zum offiziellen Standard und löste die ältere, umständlichere deskriptive Notation (“B-K4”) ab. Nur die Figurenbuchstaben sind sprachabhängig — im Deutschen K D T L S, im Englischen K Q R B N —, das System dahinter ist aber überall dasselbe.
Geschrieben und faktengeprüft vom Redaktionsteam der Chess Lab Academy (KI-unterstützt, von Menschen redigiert) · Notationsregeln gegen die FIDE-Schachregeln (Anhang C) und Wikipedia abgeglichen; Beispielzüge auf Legalität mit python-chess geprüft · Zuletzt geprüft: 2026-07-25 · Quellen · So prüfen wir unsere Inhalte.