Turniere · Gelegenheit

FIDE-Weltcup

Der FIDE-Weltcup ist Schachs riesiges K.-o.-Turnier – bis zu 206 Spieler, brutale Zweikampf-Miniatches und ein goldenes Ticket ins Kandidatenturnier. Hier erfährst du, wie er funktioniert, seine Geschichte, und wer 2025-Champion Javokhir Sindarov ist.

Der FIDE-Weltcup ist das wildeste, nervenaufreibendste Event im Schachkalender: ein riesiges K.-o.-Turnier, bei dem ein schlechter Tag die Heimreise bedeutet. Bis zu 206 Spieler treten an, nur einer geht als Champion, und es gibt kein Sicherheitsnetz – keine Rundenturniertabelle, hinter der man sich verstecken kann, nur Sieg-oder-raus-Miniatches. Stand Juli 2026 ist Javokhir Sindarov aus Usbekistan amtierender Champion, der die Ausgabe 2025 in Goa, Indien, gewann. Zwei Jahre zuvor, 2023, stemmte Magnus Carlsen endlich den einen großen Pokal, der ihm bis dahin immer entgangen war.

Kurz und knapp

  • Ausrichter: FIDE · Format: K.-o.-System, 128–206 Spieler
  • Erstmals ausgetragen (modernes Format): 2005 (Chanty-Mansijsk) · Turnus: alle zwei Jahre (ungerade Jahre)
  • Amtierender Champion: Javokhir Sindarov (gewonnen 2025) — Stand Juli 2026
  • Warum er wichtig ist: Die Bestplatzierten qualifizieren sich für das Kandidatenturnier – eine direkte Route Richtung Weltmeistertitel

Was ist der FIDE-Weltcup?

Stell dir die Tennis-Grand-Slam-Version des Schachs vor, oder den FA Cup: ein gewaltiges K.-o.-Turnier, in dem Großmeister, Wunderkinder und Kontinentalqualifikanten alle in denselben Lostopf geworfen werden. Alle starten auf gleicher Augenhöhe, die Paarungen werden nach Wertungszahl gesetzt, und jede Runde ist ein Duell – verliere dein Miniatch und du bist raus, egal wie berühmt du bist.

Der Einsatz geht weit über das (sehr reale) Preisgeld hinaus. Der Weltcup ist Qualifikation fürs Kandidatenturnier, das Event, das entscheidet, wer um die Schachweltmeisterschaft kämpft. In den jüngsten Ausgaben sichern sich die drei Bestplatzierten ihre Plätze im nächsten Kandidatenturnier, was das Halbfinale zu einigen der angespanntesten Partien macht, die man je sehen wird – Spieler kämpfen buchstäblich um eine Chance auf die Krone.

Najdorf-Sizilianisch – jene scharfe, beidseitig riskante Kampfarena, zu der Spieler greifen, wenn ein K.-o.-Match einen Sieg verlangt, keine Remis.

Wie funktioniert das Format?

Der Weltcup läuft als klassisches Bracket, und so sieht sein Rhythmus aus:

  • Zweikampf-Miniatches. Jede Runde ist ein Best-of-Two aus klassischen Partien, eine mit Weiß und eine mit Schwarz. Erreichst du 1½–½ oder 2–0, kommst du weiter.
  • Tiebreaks bei Gleichstand. Steht es 1–1 nach den klassischen Partien? Dann geht’s am nächsten Tag ins schnellere Schach: zwei Schnellschach-Partien (25 Minuten + 10 Sekunden), dann, bei erneutem Gleichstand, kürzere Schnellschach-Partien, dann Blitz (5 Minuten + 3 Sekunden) – und im Alptraum-Szenario eine einzige Sudden-Death-Armageddon-Partie, die eine Entscheidung erzwingt. Niemand geht nach Hause, bevor nicht jemand gewonnen hat.
  • Ein riesiges Teilnehmerfeld. Der moderne Weltcup startete 2005 als K.-o.-Turnier mit 128 Spielern. Ab der Ausgabe 2021 erweiterte die FIDE das offene Feld auf 206 Spieler, wobei die Topnamen direkt in spätere Runden gesetzt werden, während sich alle anderen durch den frühen Spießrutenlauf kämpfen.
  • Der lange Anstieg. Ihn zu gewinnen bedeutet, sieben oder acht Runden über rund einen Monat zu überstehen – ein Marathon unter Druck, bei dem die Tiebreak-Tage oft entscheidender sind als die klassischen Partien.

Genau dieses Format ist der Grund, warum der Weltcup so viel Chaos produziert: Selbst die Weltbesten können von einem hungrigen Außenseiter in ein Blitz-Shootout gezogen werden, und im Schnellschach kann alles passieren.

Eine kurze Geschichte

Der Name Weltcup geistert schon seit Jahrzehnten durchs Schach, aber das moderne K.-o.-Turnier begann 2005 in Chanty-Mansijsk, Russland, als Levon Aronian die erste Ausgabe gewann. (Frühere einmalige „FIDE-Weltcup”-Events gab es bereits – Viswanathan Anand gewann Versionen 2000 und 2002 – aber das zweijährliche K.-o.-Turnier, wie wir es heute kennen, geht auf 2005 zurück.)

Von dort liest sich die Liste der Champions wie eine Tour durch die Schachelite: Gata Kamsky (2007), Boris Gelfand (2009), Peter Svidler (2011), Vladimir Kramnik (2013), Sergey Karjakin (2015), erneut Aronian (2017 – bis heute einziger zweifacher Sieger) und Teimour Radjabov (2019). Chanty-Mansijsk richtete so viele Ausgaben aus, dass es praktisch zur Heimat des Events wurde, bevor es begann, um die Schachwelt zu ziehen – Tromsø, Tiflis, Sotschi, Baku und zuletzt Goa.

Die letzte Ausgabe: 2025 (Goa, Indien)

Der FIDE-Weltcup 2025 fand vom 31. Oktober bis 27. November 2025 in Goa, Indien, statt – das erste Mal, dass das Event auf indischem Boden landete, vor einem schachverrückten Heimpublikum. Sieger wurde Javokhir Sindarov aus Usbekistan, der sich in einem spannungsgeladenen Zweikampf-Tiebreak-Finale gegen Wei Yi aus China durchsetzte. Mit gerade einmal 19 Jahren wurde Sindarov zum jüngsten Weltcup-Sieger in der modernen Geschichte des Events.

Die drei Bestplatzierten – Sindarov, Wei Yi und Andrey Esipenko – qualifizierten sich alle fürs Kandidatenturnier 2026. Sindarov blieb dabei nicht stehen: Er gewann dieses Kandidatenturnier gleich mit und sicherte sich eine Chance gegen Gukesh Dommaraju bei der Weltmeisterschaft 2026 – die perfekte Illustration dafür, warum der Weltcup so wichtig ist.

Berühmte Überraschungen und Momente

K.-o.-Schach ist eine Fabrik für Aschenputtel-Geschichten:

  • 2023 – Carlsens weißer Wal. In Baku gewann Magnus Carlsen endlich den Weltcup und schlug im Finale den 18-jährigen Praggnanandhaa. Es war der letzte große Titel, der in seiner Sammlung fehlte – und Praggs Märchenlauf (mit Siegen über Hikaru Nakamura und Fabiano Caruana unterwegs) machte ihn zum globalen Star.
  • 2021 – Duda stürzt den König. Auf dem Weg zum Titel in Sotschi warf Jan-Krzysztof Duda Weltmeister Magnus Carlsen im Halbfinale raus und verlor im gesamten Turnier keine einzige Partie – weder klassisch noch im Tiebreak.
  • 2019 – Blitz-Drama. Teimour Radjabov und Ding Liren teilten alle vier Schnellschach-Partien im Finale, bevor Radjabov im Blitz-Tiebreak den Durchbruch schaffte und den Pokal holte.
  • Der Heimheld. Baku 2023 brachte uns auch Nijat Abasov, einen unbekannten Aserbaidschaner, der mit dem Rückenwind des Heimpublikums bis ins Halbfinale ritt – pure Weltcup-Magie.

Wie man ihn verfolgt

Der Weltcup wird live mit Kommentar auf den offiziellen FIDE-Kanälen, bei Chess.com und in diversen YouTube-Streams übertragen, meist mit Zug-für-Zug-Analyse und Engine-Bewertungen. Die besten Tage zum Einschalten sind die Tiebreak-Tage, wenn die Ausscheidungen Schlag auf Schlag kommen und der Druckkessel aus Schnellschach, Blitz und Armageddon für Drama sorgt. Weil die klassischen Partien lang sind, schauen clevere Fans oft zur Eröffnung rein und kommen dann für die angespannte letzte Stunde zurück.

FAQ

Wer hat den FIDE-Weltcup 2023 gewonnen? Magnus Carlsen, der im Finale in Baku gegen Praggnanandhaa gewann – sein erster Weltcup-Titel überhaupt.

Wer ist der aktuelle FIDE-Weltcup-Champion? Javokhir Sindarov aus Usbekistan, der die Ausgabe 2025 in Goa, Indien, gewann (Stand Juli 2026).

Wie funktioniert der Schach-Weltcup? Es ist ein K.-o.-Turnier mit bis zu 206 Spielern. Jede Runde ist ein Zweikampf aus klassischen Partien; bei Gleichstand entscheiden Spieler es im Schnellschach, dann im Blitz, dann im Armageddon-Tiebreak.

Warum ist der Weltcup so bedeutend? Neben dem Preisgeld qualifizieren sich die Bestplatzierten (zuletzt die Top 3) fürs Kandidatenturnier – ein direkter Schritt Richtung Herausforderung um die Weltmeisterschaft.

Wie viele Spieler nehmen am FIDE-Weltcup teil? Das moderne Event startete 2005 mit 128 Spielern und wurde ab 2021 auf 206 erweitert.

Mehr entdecken

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Recherchiert und geprüft vom Redaktionsteam der Chess Lab Academy · Geprüft anhand von FIDE und Wikipedia · Aktuelle Ausgabe und Details für 2025 auf dem Stand von Juli 2026 · Zuletzt geprüft am 2026-07-25 · So verifizieren wir Inhalte.

Über diese Lektion — Das Redaktionsteam der Chess Lab Academy recherchiert und prüft jede Turnierseite anhand von FIDE, Wikipedia und großen Schachmedien. Unsere Methodik lesen →
Verifizierung — Fakten geprüft anhand von FIDE + Wikipedia (Stand Juli 2026) · Zuletzt geprüft 25. Juli 2026
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