Praggnanandhaa hat in eine Karriere, die gerade erst richtig losgeht, schon eine erstaunliche Zahl an Rekorden, Meilensteinen und herzerwärmenden Familiengeschichten gepackt. Hier ist eine Sammlung der besten davon – jede einzelne gegen verlässliche Quellen geprüft, wobei wir auf volatile „aktuelle” Zahlen zugunsten stabiler, datierter Fakten verzichten.
Die Eckdaten
- Vollständiger Name: Rameshbabu Praggnanandhaa — allgemein bekannt als „Pragg.”
- Geboren: 10. August 2005 in Chennai, Tamil Nadu, Indien.
- Titel: Großmeister (GM), erworben im Juni 2018.
- Höchste klassische Wertung: 2785 (September 2025) — kurzzeitig Weltrangliste Nr. 4.
- Trainer: ausgebildet von R.B. Ramesh an der Chess-Gurukul-Akademie in Chennai.
Die rekordbrechenden Meilensteine
- Jüngster Internationaler Meister der Geschichte (zu diesem Zeitpunkt): Er erwarb den IM-Titel 2016 im Alter von nur 10 Jahren, 10 Monaten und 19 Tagen.
- Zweitjüngster Großmeister aller Zeiten (zu diesem Zeitpunkt): Am 23. Juni 2018, im Alter von 12 Jahren, 10 Monaten und 13 Tagen, trat er dem exklusivsten Klub des Schachs bei.
- Jüngster Spieler, der je ein Schach-Weltcup-Finale erreichte: Das schaffte er 2023 als 18-Jähriger.
- Erster Inder, der Norway Chess gewann: Er holte sich den Titel beim renommierten Turnier in Stavanger im Jahr 2026.

Die Carlsen-Akte 🐐
Nur wenige Spieler haben Magnus Carlsen so oft – oder so jung – in Bedrängnis gebracht wie Pragg:
- 2022, im Alter von 16, schlug er Carlsen in einer Online-Schnellschachpartie — der jüngste Spieler, der Carlsen seit dessen Krönung zum Weltmeister besiegte.
- Bei Norway Chess 2026 schlug er Carlsen zweimal in klassischen Partien beim selben Turnier — eine Leistung, die seit Veselin Topalov im Jahr 2008 niemand mehr gegen Carlsen vollbracht hatte.
- Der, der ihm entwischte: Carlsen schlug ihn in den Tiebreaks des Weltcup-Finales 2023 — ihre Rivalität geht also durchaus in beide Richtungen.
Eine waschechte Familienangelegenheit
Das ist vielleicht der charmanteste Fakt von allen. Pragg lernte das Spiel gemeinsam mit seiner älteren Schwester Vaishali Rameshbabu, die ebenfalls Großmeisterin ist – zusammen wurden sie das erste Geschwisterpaar der Geschichte, das beide den GM-Titel halten. Beide Geschwister haben sich außerdem für Kandidatenturniere qualifiziert – eine beispiellose Leistung für eine einzige Familie. Die Unterstützung ihrer Eltern und der gemeinsame Weg der Geschwister sind zu einer der schönsten Geschichten des modernen Schachs geworden.
Mannschafts- und Turnierehrungen
- Schacholympiade 2024 (45.): gewann Mannschaftsgold in der offenen Wertung mit Indien.
- Schacholympiade 2022: gewann Mannschaftsbronze mit Indien.
- 2025: gewann die Tata Steel Masters (schlug Gukesh D im Stichkampf) und den UzChess Cup.
- Sieger der FIDE-Circuit-Wertung 2025, wodurch er sich für das Kandidatenturnier 2026 qualifizierte.
- Finalist des Schach-Weltcups 2023, was ihn erstmals für die Kandidaten 2024 qualifizierte.
Teil von Indiens goldener Generation
Pragg ist kein einsames Wunderkind — er ist einer der Vorreiter einer außergewöhnlichen Welle junger indischer Talente, zu der auch Gukesh D und Arjun Erigaisi gehören, die alle mit dem Vorbild von Indiens ursprünglichem Schach-Superstar, dem fünffachen Weltmeister Viswanathan Anand, aufwuchsen. Anands Mentorschaft und seine Akademie haben geholfen, diese Generation heranzuziehen, und Pragg ist eines ihrer strahlendsten Beispiele — ein Beweis dafür, dass Indien zu einer echten Schach-Supermacht geworden ist.
Der Ruf, „unerschütterlich” zu sein
Eine Eigenschaft, die bei allen, die ihn genau beobachten, immer wieder auftaucht: Pragg ist bemerkenswert ruhig am Brett. Er erreichte mit 18 ein Weltcup-Finale und schlug den Weltmeister zweimal in ein und demselben klassischen Turnier, ohne je vom Anlass aus der Ruhe gebracht zu wirken. Diese Gelassenheit ist – ebenso sehr wie seine Taktik – ein wichtiger Grund, warum ihn so viele als künftigen Weltmeister handeln.
Karrierezeitleiste im Überblick
Ein kurzer, datierter Überblick über die oben genannten Meilensteine, in chronologischer Reihenfolge:
- 2005: geboren in Chennai, Indien (10. August).
- 2016: wird zu diesem Zeitpunkt jüngster Internationaler Meister der Geschichte (im Alter von 10).
- 2018: wird mit 12 Großmeister — zu diesem Zeitpunkt zweitjüngster aller Zeiten.
- 2022: schlägt Weltmeister Magnus Carlsen bei einem Online-Schnellschachturnier; gewinnt Olympiade-Mannschaftsbronze mit Indien.
- 2023: erreicht das Finale des Schach-Weltcups (jüngster aller Zeiten), wird Zweiter und qualifiziert sich für die Kandidaten 2024.
- 2024: spielt beim Kandidatenturnier; gewinnt Mannschaftsgold bei der 45. Schacholympiade.
- 2025: gewinnt die Tata Steel Masters und den UzChess Cup, erreicht seine Höchstwertung von 2785 (Weltrangliste Nr. 4) und sichert sich die FIDE-Circuit-Wertung.
- 2026: gewinnt Norway Chess — als erster Inder überhaupt — und schlägt Carlsen dabei zweimal im klassischen Schach.
Das ist eine bemerkenswerte Liste für einen Spieler, der noch in den frühen Zwanzigern ist — und die Geschichte ist noch längst nicht zu Ende erzählt. Die Zahlen dahinter findest du in seinem Elo-Verlauf.
FAQ
Ist Praggnanandhaas Schwester auch Schachspielerin? Ja — seine ältere Schwester Vaishali Rameshbabu ist ebenfalls Großmeisterin. Die beiden sind das erste Geschwisterpaar der Geschichte, das gemeinsam den GM-Titel hält.
Welche Rekorde hält Praggnanandhaa? Unter anderem war er zu jenem Zeitpunkt (2016) der jüngste Internationale Meister der Geschichte, und als er 2018 Großmeister wurde, war er zu diesem Zeitpunkt der zweitjüngste aller Zeiten. Außerdem ist er der jüngste Spieler, der je ein Schach-Weltcup-Finale erreichte, und der erste Inder, der Norway Chess gewann.
Wer ist Praggnanandhaas Trainer? Großmeister R.B. Ramesh, der ihn an der Chess-Gurukul-Akademie in Chennai trainiert hat.
Warum wird Praggnanandhaa „Pragg” genannt? Das ist schlicht ein kurzer, freundlicher Spitzname für seinen vollen Namen Praggnanandhaa — an dem sich selbst erfahrene Kommentatoren gerne die Zunge brechen.
Hat Praggnanandhaa schon eine Weltmeisterschaft gewonnen? Noch nicht. Er ist Weltcup-Finalist von 2023 und hat sich mehrfach für das Kandidatenturnier qualifiziert — den Weg zur Herausforderung um den Weltmeistertitel.
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Geschrieben und faktengeprüft vom Redaktionsteam der Chess Lab Academy · Fakten geprüft anhand von Wikipedia, seinem FIDE-Profil und Chess.com, Stand Juli 2026 · Letzte Überprüfung: 25.07.2026 · So verifizieren wir Inhalte.