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Alexander Aljechins Karriere & Stärke

Alexander Aljechin spielte, bevor das FIDE-Elo-System existierte, deshalb hat er keine offizielle Elo. Hier ist seine wahre Geschichte – sein Karriereverlauf, dominante Turniere und was rückwirkende Wertungen schätzen.

Eine kurze Ehrlichkeitsnotiz, bevor wir starten: Alexander Aljechin spielte bevor das FIDE-Elo-System existierte. Das moderne Wertungssystem wurde erst in den 1970er-Jahren eingeführt, Jahrzehnte nach seinem Tod – und der FIDE-Titel Großmeister wurde erst 1950 geschaffen, vier Jahre nach seinem Tod. Es gibt also keine offizielle Wertung für Aljechin, und jede einzelne Zahl, die man ihm zuschreibt, ist eine rückwirkende Schätzung, keine Zahl, die er zu Lebzeiten tatsächlich innehatte. Statt eine ordentliche Wertungskurve zu erfinden, gehen wir seinen Karriereverlauf durch und kennzeichnen die historischen Schätzungen klar als solche.

Die ehrliche Kernaussage: Aljechin hat keine offizielle FIDE-Wertung – seine Ära liegt vor dem System. Was wir anhand der Turnierbilanz sagen können: Er war seit den frühen 1920er-Jahren einer der stärksten Spieler der Welt und bis in die frühen 1930er ein dominierender Weltranglistenerster.

Der Aufstieg (1908–1921)

Aljechins Aufstieg war stetig und beeindruckend. Als Teenager und junger Mann im Russischen Reich baute er sich einen Ruf auf der europäischen Turnierszene auf. Sein Durchbruch kam beim großen Turnier Sankt Petersburg 1914, wo er Dritter wurde – nur hinter dem amtierenden Weltmeister Emanuel Lasker und dem brillanten José Raúl Capablanca. Sich als Spieler Anfang zwanzig zwischen diesen beiden auf dem Podium zu platzieren, kennzeichnete ihn als echten künftigen Champion.

Durch die Wirren der folgenden Jahre verließ er Russland, ließ sich im Westen nieder und stieg weiter auf. 1921 stellte er die provokante Aljechin-Verteidigung in Budapest vor – ein kleines Zeichen des einfallsreichen, kämpferischen Spielers, zu dem er sich entwickelte.

Die Aljechin-Verteidigung (1.e4 Sf6) — die kämpferische Idee, die er in den Jahren einführte, in denen er dem Weltmeistertitel entgegenstrebte.

Der Höhepunkt: Weltmeister (1927)

Der Gipfel kam 1927. Aljechin forderte Capablanca heraus – weithin für unschlagbar gehalten – in Buenos Aires, und über einen Marathon-Wettkampf von 34 Partien gelang ihm ein spektakulärer Überraschungssieg mit +6 −3 =25. Es bleibt eine der größten Überraschungen der Weltmeisterschaftsgeschichte, umso bemerkenswerter, weil Aljechin vor dem Match keine einzige Partie gegen Capablanca gewonnen hatte.

Die dominanten Jahre (1930–1934)

Wenn du die Phase sehen willst, die Aljechin auf seinem absoluten Höhepunkt einfängt, schau auf die frühen 1930er-Jahre, als er fast jedes Turnier gewann, das er bestritt – manchmal mit absurdem Vorsprung:

  • San Remo 1930: +13 =2 (keine Niederlage), 3½ Punkte Vorsprung vor dem Feld.
  • Bled 1931: +15 =11 (keine Niederlage), ein kolossaler Vorsprung von 5½ Punkten vor dem Zweiten.

Elitefelder um drei, vier und fünf klare Punkte zu dominieren, ist fast unerhört. Das ist die Phase, in der er nicht nur der beste Spieler war – er spielte in einer eigenen Klasse.

Wie stark war er also wirklich? (die gekennzeichnete Schätzung)

Da es keine offizielle Wertung gibt, haben Statistiker versucht, eine aus seinen Resultaten zu rekonstruieren. Der bekannteste Versuch, Chessmetrics (entwickelt von Jeff Sonas), setzt Aljechins Spitzenstärke rückwirkend bei etwa 2827 Punkten auf der eigenen Skala an, erreicht Ende 1930 – und ordnet seinen Höhepunkt unter die besten Handvoll Spieler aller Zeiten ein, je nach Vergleichsmethode etwa auf Platz vier bis acht.

Zwei große Vorbehalte, klar ausgesprochen:

  1. Das ist eine Schätzung, keine offizielle Wertung. Sie wurde Jahrzehnte später aus Partieresultaten berechnet; Aljechin hatte 2827 nie „inne”.
  2. Man kann sie nicht 1:1 mit modernen Zahlen vergleichen. Wertungsskalen, die Größe des Spielerpools und die Tiefe der Theorie haben sich seit den 1930ern enorm verändert.

Mit diesen Vorbehalten fest verankert, ist die Kernaussage einfach: Nach jedem vernünftigen rückwirkenden Maßstab war Aljechin auf seinem Höhepunkt einer der stärksten Spieler, die je gelebt haben.

Der Einbruch und das Comeback (1935–1937)

Selbst Legenden haben schlechte Jahre. 1935 verlor ein außer Form geratener Aljechin den Titel an den niederländischen Herausforderer Max Euwe in einem knappen Match. Es war ein echter Schock. Aber Aljechin fing sich, und im Rückkampf 1937 war er wieder in Bestform, gewann überzeugend (+10 −4 =11) und holte sich die Krone zurück. Dieses Comeback ist eine der großen Comeback-Geschichten des Schachs.

Die letzten Jahre (1938–1946)

Aljechins späte Karriere stand im Schatten des Zweiten Weltkriegs, der die Elite-Turnierszene zerstreute und den Wettkampfbetrieb in ganz Europa unterbrach. Er spielte während und nach dem Krieg weiter und hielt den Weltmeistertitel bis zu seinem Tod am 24. März 1946 in Estoril, Portugal – der einzige Weltmeister, der jemals starb, während er den Titel noch innehatte. Da er ihn nach 1937 nie wieder verlor, gab es keinen langsamen Abstieg seiner Regentschaft; sie endete einfach, während er noch auf dem Thron saß.

FAQ

Was war Aljechins Elo-Wertung? Er hat keine offizielle Elo – das FIDE-Wertungssystem existierte zu seinen Lebzeiten noch nicht. Rückwirkende Systeme wie Chessmetrics schätzen seine Spitzenstärke auf etwa 2827 Punkte auf ihrer Skala (um 1930), aber das ist eine Rekonstruktion, keine offizielle Zahl.

Wie stark war Aljechin im Vergleich zu modernen Spielern? Ein direkter Vergleich ist unmöglich, weil sich Wertungsskalen und der Spielerpool so stark verändert haben. Klar ist: Er war in den frühen 1930ern ein dominierender Weltranglistenerster und wird rückwirkend unter die stärksten Champions aller Zeiten eingeordnet.

Wann war Aljechin auf seinem Höhepunkt? In den frühen 1930er-Jahren – rund um San Remo 1930 und Bled 1931 –, als er Spitzenturniere mit enormem Vorsprung gewann.

Hat Aljechin jemals seinen Titel verloren? Ja, 1935 an Max Euwe – aber er holte ihn sich 1937 zurück und hielt ihn bis zu seinem Tod 1946.

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Geschrieben und faktengeprüft vom Redaktionsteam der Chess Lab Academy · Fakten geprüft anhand von Wikipedia, dem Vergleich der besten Spieler, Chessmetrics und Chess.com, Stand Juli 2026 · Rückwirkende Wertungen sind als Schätzungen gekennzeichnet, keine offiziellen Zahlen · Letzte Überprüfung: 25.07.2026 · So verifizieren wir Inhalte.

Über diese Lektion — Das Redaktionsteam der Chess Lab Academy recherchiert, schreibt und prüft jedes Spielerprofil anhand verlässlicher Quellen. Fakten werden geprüft und datiert; die Inhalte entstehen mit KI-Unterstützung und werden von Menschen redigiert – mehr dazu in unserer Methodik. Unsere Methodik lesen →
Verifizierung — Fakten geprüft anhand von Wikipedia, Chess.com und Chessmetrics (Stand: Juli 2026) · Zuletzt geprüft 25. Juli 2026
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