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Tata Steel Chess Tournament

Tata Steel Chess ist das prestigeträchtige Supertunier in Wijk aan Zee, das 'Wimbledon des Schachs'. Hier erfährst du das Format, die Geschichte als Hoogovens und Corus, und die Ausgabe 2026, die Nodirbek Abdusattorov gewann.

Jeden Januar, während der Rest Europas noch übt, wieder auf Eis zu laufen, ziehen sich die besten Schachspieler der Welt ihre wärmsten Mäntel an und reisen in ein winziges Küstendorf in den Niederlanden, um sich am Brett zu duellieren. Dieses Dorf ist Wijk aan Zee, und das Turnier ist das Tata Steel Chess Tournament — das älteste und angesehenste jährliche Supertunier im Schach, so verehrt, dass es den Spitznamen “Wimbledon des Schachs” trägt.

Stand Juli 2026 ist der amtierende Masters-Champion Nodirbek Abdusattorov aus Usbekistan, der die Ausgabe 2026 gewann. Doch dieses Turnier ist viel größer als jeder einzelne Sieger — es ist ein 13-Runden-Marathon von Elite-Schach in einer zugigen Dorfhalle, und es findet bereits seit 1938 statt.

Kurz & knapp

  • Wo: Wijk aan Zee, Niederlande · Wann: jeden Januar
  • Erstmals ausgetragen: 1938 (als Hoogovens-Turnier) · Häufigkeit: jährlich
  • Format: ein Masters-Rundenturnier mit 14 Spielern, dazu ein Challengers-Rundenturnier
  • Amtierender Masters-Champion: Nodirbek Abdusattorov (2026) — Stand: Juli 2026
  • Die meisten Titel: Magnus Carlsen, mit 8

Was ist das Tata Steel Chess Tournament?

Tata Steel Chess ist ein jährliches Einladungs-Supertunier, ausgetragen im kleinen Nordseedorf Wijk aan Zee. Das Hauptevent, die Masters, versammelt rund anderthalb Dutzend der stärksten Spieler des Planeten zu einem Rundenturnier — jeder spielt gegen jeden — über etwa zwei Wochen klassisches Schach.

Warum das Etikett “Wimbledon des Schachs”? Weil es, wie der Tennis-Grand-Slam, alt und traditionsreich ist und ein Sieg dort etwas bedeutet. Es gibt keinen Titelgürtel und keine Weltmeisterschaft, die auf dem Spiel steht, aber eine Trophäe der Tata Steel Masters gehört zu den begehrtesten Zeilen im Lebenslauf jedes Elitespielers. Auch die Atmosphäre trägt dazu bei: Anders als der abgeschottete Glamour eines WM-Matches ist Wijk aan Zee bekanntermaßen bodenständig. Amateure spielen ihre eigenen Nebenturniere in derselben Halle, Fans schlendern zwischen den Brettern umher, und alle essen dieselbe Erbsensuppe.

Die Najdorf-Sizilianisch-Tabiya — die Art messerscharfer, unversteckbarer Eröffnung, die das Rundenturnier von Wijk aan Zee zu einem solchen Blutbad macht.

Wie das Turnier funktioniert

Das Format ist erfrischend einfach:

  • Die Masters: ein einfaches Rundenturnier mit 14 Spielern — 13 Runden, ein Spiel pro Tag mit ein paar Ruhetagen dazwischen. Ein Sieg zählt 1 Punkt, ein Remis ½, eine Niederlage 0. Wer die meisten Punkte holt, gewinnt die Trophäe.
  • Tiebreaks: Beenden zwei Spieler das Turnier punktgleich an der Spitze, entscheidet ein Rapid-/Blitz-Tiebreak über den Titel (genauso wurden die letzten Ausgaben entschieden — siehe 2024 und 2025 unten).
  • Die Challengers: ein paralleles Rundenturnier mit 14 Spielern, eine Stufe darunter. Es ist das Sprungbrett — der Challengers-Sieger erhält einen Startplatz in den Masters des Folgejahres, es ist also eine echte Leiter in die Elite.
  • Die Amateure: neben den Profis treten während der gesamten zwei Wochen Tausende Klubspieler in offenen Nebengruppen an. Diese Mischung aus Weltklasse und Wochenendspielern unter einem Dach macht einen großen Teil des Reizes dieses Turniers aus.

Weil es ein Rundenturnier unter nahezu Gleichstarken ist, kann sich niemand verstecken. Man spielt gegen den Turnierfavoriten, und man spielt gegen jemanden, der gerade eine Horrorwoche hat — und beide Partien zählen gleich viel.

Eine kurze Geschichte

Das Turnier wurde erstmals 1938 ausgetragen, organisiert vom Stahlwerk Hoogovens (die “Hochöfen”), dessen Werk über der Region thront. Jahrzehntelang war es einfach als Hoogovens bekannt, und 1968 siedelte es sich dauerhaft in Wijk aan Zee an, direkt neben dem Stahlwerk.

Der Name folgte dem Stahlkonzern durch dessen Fusionen:

  • 1938–1999 — Hoogovens. Die klassische Ära, gewonnen von Legenden wie den früheren Weltmeistern Max Euwe, Mikhail Botvinnik und Mikhail Tal.
  • 2000–2010 — Corus. Nach der Fusion von Hoogovens in die Corus Group. In dieser Ära meldete sich ein jugendlicher Magnus Carlsen hier erstmals an.
  • 2011–heute — Tata Steel. Nachdem Indiens Tata Steel Corus übernahm und dem Turnier seinen heutigen Namen gab.

Über jeden Namenswechsel hinweg blieben Austragungsort, Zeitpunkt (Januar) und Format bemerkenswert konstant — genau deshalb fühlt es sich wie eine Institution an.

Die jüngste Ausgabe: 2026

Die Tata Steel Masters 2026 (die 88. Ausgabe) liefen vom 16. Januar bis 1. Februar 2026 in Wijk aan Zee. Gewonnen wurden sie von Nodirbek Abdusattorov aus Usbekistan, der mit überzeugenden 9/13 abschloss, einen klaren halben Punkt vor seinem Landsmann Javokhir Sindarov mit 8½.

Der Sieg war besonders süß, weil Abdusattorov schon zuvor quälend nah dran gewesen war — 2023 lag er vor der Schlussrunde in Führung, 2024 verlor er einen Tiebreak, und 2025 war er noch im Rennen. Beim vierten Anlauf machte er es endlich fest und sicherte sich den Titel mit einem Sieg in der letzten Runde gegen Arjun Erigaisi (Stand: Juli 2026).

Berühmte Momente

  • 1999 — Kasparovs Unsterbliche. In einer der gefeiertsten Partien der Schachgeschichte entfesselte Garry Kasparov in Wijk aan Zee eine atemberaubende Königsjagd gegen Veselin Topalov und jagte den schwarzen König quer über das gesamte Brett. Sie wird Anfängern noch heute gezeigt als Beispiel dafür, wie Angriffsschach aussehen kann.
  • 2013 — Carlsens Ansage. Magnus Carlsen walzte mit 10/13 über das Feld hinweg, nur Monate bevor er sich die Weltkrone holte — Magnus in absoluter Bestform und schier unaufhaltsam.
  • 2021 — das Märchen. Mit einem durch die Pandemie ausgedünnten Feld gewann der 21-jährige Niederländer Jorden van Foreest auf heimischem Boden, indem er Anish Giri in einem Blitz-Tiebreak schlug — zur Freude des heimischen Publikums.
  • 2025 — Praggs Tiebreak. R Praggnanandhaa und Weltmeister Gukesh Dommaraju verloren beide ihre letzten klassischen Partien, landeten punktgleich bei 8½ und gingen dann in einen Blitz-Tiebreak — in dem Pragg die erste Partie verlor, aber die nächsten beiden gewann und sich seinen ersten Tata-Steel-Titel holte.

So verfolgst du Tata Steel Chess

Tata Steel Chess läuft jeden Januar live auf der offiziellen Website und auf den großen Schachplattformen — Chess.com, Lichess und YouTube — mit rundenweisen Übertragungen, Großmeister-Kommentaren und Live-Engine-Bewertungen. Die Partien sind klassisch, eine einzelne Runde kann sich also über fünf Stunden ziehen; die Dramatik erreicht meist in der letzten Stunde ihren Höhepunkt, und der letzte Sonntag wird oft von einem einzigen Ergebnis entschieden. Wenn du mehr über die kämpfenden Spieler erfahren willst, sind unsere Spielerporträts ein guter Ausgangspunkt, und du kannst es mit dem sommerlichen Showdown bei Norway Chess vergleichen.

Häufig gestellte Fragen

Wer gewann die Tata Steel Masters 2026? Nodirbek Abdusattorov aus Usbekistan, mit 9/13 (Stand: Juli 2026).

Warum heißt Tata Steel das “Wimbledon des Schachs”? Weil es das älteste, traditionsreichste und angesehenste jährliche Turnier im Kalender ist — eine Grand-Slam-artige Institution, von deren Gewinn Topspieler träumen.

Wo wird Tata Steel Chess gespielt? In Wijk aan Zee, einem kleinen Küstendorf in den Niederlanden, jeden Januar.

Wie hieß Tata Steel Chess früher? Es begann als Hoogovens-Turnier (1938–1999), wurde Corus (2000–2010) und heißt seit 2011 Tata Steel — der Name folgte einfach dem sponsernden Stahlkonzern durch dessen Fusionen.

Wer hat es am häufigsten gewonnen? Magnus Carlsen, mit 8 Masters-Titeln. Siehe die komplette Siegerliste.

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Recherchiert und faktengeprüft vom Redaktionsteam der Chess Lab Academy · Verifiziert anhand von tatasteelchess.com, Wikipedia und Chess.com · Aktuelle Ausgabe (2026) zum Stand Juli 2026 · Zuletzt geprüft am 2026-07-25 · So verifizieren wir unsere Inhalte.

Über diese Lektion — Das Redaktionsteam der Chess Lab Academy recherchiert und prüft jede Turnierseite anhand offizieller Quellen, Wikipedia und großer Schachmedien. Unsere Methodik lesen →
Verifizierung — Fakten geprüft anhand von tatasteelchess.com, Wikipedia und Chess.com (Stand: Juli 2026) · Zuletzt geprüft 25. Juli 2026
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