Arjun Erigaisi hat eine erstaunliche Anzahl an Rekorden und Meilensteinen in eine Karriere gepackt, die gerade erst beginnt. Hier ist eine Sammlung der besten davon — jeder einzelne anhand verlässlicher Quellen geprüft, wobei wir auf volatile „aktuelle” Zahlen zugunsten stabiler, datierter Fakten verzichten.
Das Wichtigste in Kürze
- Vollständiger Name: Arjun Kumar Erigaisi.
- Geboren: 3. September 2003 in Warangal, Telangana, Indien.
- Titel: Großmeister (GM), erworben 2018 im Alter von 14 Jahren.
- Höchste klassische Wertung: 2801 (Dezember 2024) — zweiter Inder überhaupt über 2800.
- Bester Weltrang: Nr. 2 in der Live-Wertung (November 2024).
Die rekordverdächtigen Meilensteine
- Großmeister mit 14: Er erwarb den Titel 2018 im Alter von 14 Jahren, 11 Monaten und 13 Tagen, nachdem er alle drei GM-Normen in einem einzigen Sommer gesammelt hatte.
- Zweiter Inder überhaupt über 2800: Als seine Wertung im Dezember 2024 auf 2801 kletterte, reihte er sich neben Viswanathan Anand als erst zweiter Inder der Geschichte ein, der die 2800er-Grenze überschritt — und wurde damit ungefähr der fünfzehnte Spieler überhaupt, dem das gelang.
- Weltrang 2 in der Live-Wertung: Im November 2024 kletterte er auf Nr. 2 der Live-Wertung im klassischen Schach, hinter nur Magnus Carlsen.
- Indiens Nr. 1: Im September 2024 wurde er Indiens bestplatzierter Spieler.

Ein bemerkenswert später Start ⏱️
Hier ist eine Tatsache, die viele überrascht: Arjun lernte Schach erst mit 8 Jahren und begann erst mit etwa 10 ernsthaft zu trainieren. Die meisten Spieler, die es in die Weltspitze der Top fünf schaffen, waren schon als Kleinkinder ins Spiel eingetaucht. Dass Arjun sie nach einem so „späten” Start einholte und überholte — bis auf 2800 und Weltrang 2 —, ist eines der bemerkenswertesten Dinge an seinem Aufstieg. Er lernte das Spiel zuerst in der Nähe seiner Heimatstadt und erhielt seinen frühen Unterricht von Bollam Sampath an einer lokalen Akademie in der Region Warangal.
Olympiade-Gold — gleich doppelt
Die Schacholympiade 2024 in Budapest war Arjuns krönende Mannschaftsleistung:
- Er erzielte sensationelle 10 Punkte aus 11 Partien an Brett drei.
- Das brachte ihm eine individuelle Goldmedaille für sein Brett ein.
- Und es verhalf Indien zu seinem ersten Team-Gold überhaupt in der offenen Klasse — ein historischer Durchbruch für das indische Schach, erreicht zusammen mit Gukeshs Gold an Brett eins.
Der Ruf als „Verrückter”
Kommentatoren tauften Arjun liebevoll den „Verrückten” am Brett — eine Anspielung auf seinen furchtlosen, komplikationsfreudigen Stil. Er spielt mit beiden Farben auf Sieg und steuert bereitwillig in Stellungen, in denen beide Spieler präzise rechnen müssen, wobei er sich selbst zutraut, am Ende vorn zu liegen. Es ist ein ehrlich verdienter Ruf: Sein kämpferisches Schach produziert einen stetigen Strom entscheidungsfreudiger, unterhaltsamer Partien.
Ein Schnellschach-Spezialist
Arjuns schnelle Rechenkunst und sein Wohlfühlen im Chaos machen ihn bei schnellen Bedenkzeiten besonders gefährlich. Bei der Schnellschach- & Blitz-WM 2025 holte er doppelt Bronze — mit einer Medaille sowohl im Schnellschach als auch im Blitz — und wurde damit der erste Inder seit Viswanathan Anand 2017, der bei beiden Wettbewerben derselben Meisterschaft aufs Podium kam. Er ist außerdem ein produktiver Online- und Schnellschach-Wettkämpfer, was seine Geschwindigkeits-Fähigkeiten messerscharf hält.
Von Natur aus produktiv
Eine unterschätzte Tatsache über Arjun: Er spielt sehr viel Schach. Er gehört zu den produktivsten der Weltelite und tritt in klassischem Schach, Schnellschach, Blitz und Online-Formaten in einem Tempo an, das kaum ein Kollege mithält. All dieses Volumen speist einen positiven Kreislauf — mehr Partien schärfen seine Rechenkunst und Instinkte, was wiederum seinen kämpferischen Stil noch effektiver macht.
Teil von Indiens goldener Generation
Arjun ist kein einsames Wunder — er ist einer der Vorreiter einer außergewöhnlichen Welle junger indischer Talente, zu der auch Weltmeister Gukesh D und Weltcup-Finalist Praggnanandhaa gehören, die alle im Schatten von Indiens ursprünglichem Schach-Superstar, dem fünffachen Weltmeister Viswanathan Anand, aufwuchsen. Anands Erfolg half, eine ganze Generation zu inspirieren, und Arjun ist eines ihrer glänzendsten Beispiele — ein Beleg dafür, dass Indien zu einer echten Schach-Supermacht geworden ist.
Familiärer Hintergrund
Arjun stammt aus einer Telugu-Familie in Warangal. Sein Vater ist Neurochirurg und seine Mutter Hausfrau — ein unterstützender, bildungsorientierter Haushalt, der seinen ungewöhnlichen Weg von einem späten Schachstart bis an die absolute Weltspitze mittrug.
Karriereverlauf auf einen Blick
Ein kurzer, datierter Überblick über die oben genannten Meilensteine, in chronologischer Reihenfolge:
- 2003: geboren in Warangal, Telangana, Indien (3. September).
- 2018: wird mit 14 Jahren Großmeister, nachdem er alle drei GM-Normen in einem Sommer erworben hat.
- 2022: gewinnt die Tata Steel Challengers (mit zwei Punkten Vorsprung) und die Indische Landesmeisterschaft.
- 2023: gewinnt die Sharjah Masters, eines der stärksten Open-Turniere des Kalenders.
- 2024: wird Indiens Nr. 1; gewinnt Olympiade-Team-Gold + individuelles Gold an Brett drei (10/11); überschreitet 2800 und erreicht Weltrang 2 in der Live-Wertung; erreicht seinen Höchstwert von 2801; gewinnt den WR Chess Masters Cup.
- 2025: holt doppelt Bronze bei der Schnellschach- & Blitz-WM.
Das ist eine bemerkenswerte Liste für einen Spieler, der noch in seinen frühen Zwanzigern ist, und die Geschichte ist noch längst nicht zu Ende erzählt. Die Zahlen dahinter findest du in seinem Elo-Verlauf.
FAQ
Wie alt ist Arjun Erigaisi? Er wurde am 3. September 2003 in Warangal, Indien, geboren, was ihn Stand Juli 2026 zu einem Mann in seinen frühen Zwanzigern macht.
Welche Rekorde hält Arjun Erigaisi? Unter anderem war er der zweite Inder überhaupt (nach Anand), der eine Wertung von 2801 überschritt, erreichte 2024 Weltrang 2 in der Live-Wertung und gewann bei der Schacholympiade 2024 individuelles und Team-Gold.
Hat Arjun Erigaisi wirklich spät mit Schach begonnen? Ja — er lernte das Spiel erst mit 8 Jahren, ungewöhnlich spät für einen künftigen Top-fünf-Spieler, was seinen rasanten Aufstieg umso bemerkenswerter macht.
Warum wird Arjun Erigaisi der „Verrückte” genannt? Es ist ein liebevoller Spitzname von Kommentatoren für seinen furchtlosen, komplikationsfreudigen Spielstil. Er geht bereitwillig in scharfe Stellungen und vertraut seiner eigenen Rechenkunst.
Hat Arjun Erigaisi eine Weltmeisterschaft gewonnen? Noch nicht. Er ist ein Großmeister mit über 2800 Punkten, doppelter Goldmedaillengewinner der Schacholympiade (Team und Einzel) und zweifacher Medaillengewinner der Schnellschach- & Blitz-WM — aber die klassische Weltmeisterschaft ist noch ein offenes Ziel.
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Geschrieben und faktengeprüft vom Redaktionsteam der Chess Lab Academy · Fakten abgeglichen mit Wikipedia, seinem FIDE-Profil und Chess.com, Stand Juli 2026 · Zuletzt verifiziert am 2026-07-25 · Wie wir Inhalte verifizieren.